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Natur - Heimat - Wandern

01. November 2019 - Alle Gruppen

3-Tages-Rucksackwanderung im Hegau

Mittagsrast Alte Postweg-Hütte

Nach dreijähriger Pause hatte Simon Prichystal endlich wieder zu seiner legendären Rucksack-Wanderung eingeladen und 11 Teilnehmer/-innen (einschließlich Wanderführer) fanden sich am 1.11.2019 ein, um mit zwei Pkw nach Engen im Landkreis Konstanz durchzustarten, wo die Autos für die nächsten Tage am Bahnhof abgestellt wurden.

Nach einem zweiten (oder ersten?) Frühstück im nahegelegenen Stehcafé, ging es bei dichtem Nebel dem ersten Übernachtungsziel entgegen. Zuerst führte uns der Weg innerorts bergauf und dann übers freie Feld bis zu einem Gedenkstein am Waldrand, der der Opfer der Schlacht von Engen am 3.5.1800 gedachte. Nachdem der Platz ideal für ein Gruppenfoto schien, wurde selbiges mittels Selbstauslöser mit Frieders Kamera auch gemacht – zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnend, dass wir ca. eine Stunde später dasselbe Bild nochmals hätten aufnehmen können …

Tengen historische Altstadt

Guter Unterhaltung, einem etwas zweifelhaft angebrachten Wegweiser und nicht zuletzt dem Nebel war es nämlich zu verdanken, dass wir vom richtigen Pfad abkamen, im Kreis liefen und plötzlich erneut vor dem Gedenkstein standen. Nach viel Gelächter und einem zweiten Anlauf kamen wir jedoch in die Spur und wanderten über den Römerweg zum Napoleonseck, welches der Gefechtsstand Napoleons bei der vorgenannten Schlacht war und von dort zur alten Postweg-Hütte, wo die verdiente Mittagsrast eingelegt wurde.Nach ausreichender Stärkung liefen wir vorbei an der Spitzhütte und dem Johann-Hahnloser-Platz bis nach Tengen, wo wir gegen 15.45 Uhr und nach insgesamt 16 Kilometern ankamen. Nachdem wir noch nicht in unserem für die Nacht gebuchten Landgasthof einchecken konnten, gönnten wir uns ein paar Häuser weiter eine gemütliche Kaffeepause. Danach ging’s zurück zum Übernachtungs-Domizil, wo wir die Zimmer bezogen und es uns anschließend in der mit einem großen Kachelofen ausgestatteten Gaststube gemütlich machten.

Mühlbachschlucht mit Wasserfall

Nach reichlichem Abendessen, angeregten Gesprächen und guter Stimmung untereinander, begaben sich die Letzten von uns kurz nach 21.30 Uhr in die Betten, da der etwas launische Wirt keinen längeren Aufenthalt im Gastraum duldete und sich gegen Ende auch ziemlich unfreundlich in unsere Gespräche einmischte. Nichtsdestotrotz wurden wir am nächsten Morgen von einem reichlichen und sehr guten Frühstücksbuffet empfangen, das wir ausgiebig genossen, bevor wir die Rucksäcke wieder aufsetzten und uns zur zweiten Etappe der Tour aufmachten.

Wasserrad am Ende der Mühlbachschlucht

Bei milden Temperaturen und teilweise mit Sonnenschein wanderten wir zuerst ein Stück durch die reizvolle historische Altstadt Tengens und begaben uns dann abwärts in die wildromantische Mühlbachschlucht, in der wir mehrfach die Seiten über die vorhandenen Brücken wechselten und den Wasserfall sowie das sich gemächlich drehende Mühlrad am Ende der engen Klamm bewunderten.

Nach diesem herrlichen Weg marschierten wir über eine längere Strecke auf geteertem Untergrund weiter in Richtung Büßlingen, wurden aber zwischendurch mit guter Aussicht auf die Schweizer Berge belohnt. Im vorgenannten Ort angekommen, bewunderten wir die riesigen Kürbisse, die vor einigen Häusern platziert waren, der größte von ihnen wog stolze 449,5 kg (... und nein, wir hatten keine Waage dabei, das Gewicht stand auf dem Kürbis).

Kürbis in Büßlingen

Weiter ging unsere Wanderung nach Beuren am Ried, wo wir vor der Gemeindemosterei beobachteten wie die Trestersäcke in einem großen, sich drehenden Fass mit Wasser ausgewaschen wurden. Danach durchquerten wir Binningen (505 m. ü. M.) und anschließend ging es bergaufwärts auf den Hohenstoffeln (844 m. ü. M.). Während drei Wanderer unterhalb des Kegelberges direkt nach Weiterdingen, unserem Ziel für die Mittagspause, weiterliefen, erklommen die restlichen Teilnehmer die verbleibenden 100 Hm zu dem ehemaligen Standort von drei Burgen.

Bodensee in Sicht

Gegen 13.20 Uhr waren wir dann alle wieder in der Gaststätte „Lander’s Stube“ vereint, die extra an ihrem Ruhetag für uns geöffnet hatte. Nach üppigen Schnitzelportionen wanderten wir gut gesättigt ortsauswärts mit Blick auf Duchtlingen und die dortige Lochmühle sowie anschließend vorbei an der Heiliggrab-Kapelle zu unserem zweiten Etappenziel, einem Hotel mit zugehörigen Restaurant in Hilzingen.

Nach insgesamt 20 Kilometern kamen wir ein wenig erschöpft, aber hochzufrieden dort an, bezogen die Zimmer und ruhten uns etwas aus.

Hohenstoffeln

Um 18.30 Uhr traf man sich dann in der gut besuchten italienischen Gaststube, wo wir den Abend bei überaus freundlichem Service sowie mit kulinarischen und flüssigen Leckereien und bester Unterhaltung ausklingen ließen. Vor allem die Idee einer Nachtwanderung über die nahe schweizerische Grenze mit einer Schmuggel-Aktion der dort produzierten Taschenmesser sorgte für große Heiterkeit und wurde ausgiebig diskutiert und ausgeschmückt, jedoch aufgrund von streikenden Mitwanderern, müden Füßen und des ehrlichen Charakters der Gruppe am Ende doch verworfen.

Blumen-Bett in Weiterdingen

Nach gut durchschlafener Nacht genossen wir am 3.11. zuerst einmal ein herrliches Frühstücksbuffet, bevor wir, an diesem Tag leider bei Regen, zu unseren letzten 10 Kilometern aufbrachen. Mit Schirmen und Regenumhängen ausstaffiert marschierten wir los in Richtung des „Staufen“, legten jedoch in einem Hilzinger Buswartehäuschen einen kurzen Zwischenstopp ein, damit ein Mitwanderer nochmals zurück ins Hotel konnte, um seinen dort vergessenen Wanderstock zu holen.

Nachdem wir wieder komplett waren, wanderten wir dem vorgenannten Berg entgegen, umrundeten ihn jedoch aufgrund des schlechten Wetters nur und machten uns anschließend daran, den Hohentwiel zu erklimmen.

Einmarsch auf dem Hohentwiel

Dort war es uns leider nicht vergönnt, die mächtige Burg von innen zu besichtigen, da sie wegen Steinschlags aus Sicherheitsgründen momentan geschlossen ist. Aber auch von außen ist die große Festungsruine einen Hingucker wert und den nahmen wir auf jeden Fall wahr und waren beeindruckt von der umfangreichen Anlage. Im Anschluss ging es zielstrebig durch die Weinberge abwärts nach Singen zum Bahnhof, wo wir uns noch eine Kleinigkeit zum Essen besorgten und um 13.28 Uhr per Bahn zurück nach Engen fuhren und von dort mit unseren Autos die Heimfahrt antraten.

Lieber Simon, an dieser Stelle ein großes Dankeschön von uns allen fürs Organisieren und Durchführen dieser drei wunderbaren, abwechslungsreichen und sicher für alle unvergesslichen Tage.

  • Feuchter Abschied in Hilzingen

  • Leider wegen Steinschlag nicht erreichbar

  • Rückmarsch nach Singen durch die Weinberge