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Natur - Heimat - Wandern

02. September 2018 - Alle Gruppen

Sonnige Wanderwoche vom 02. bis 09.09.2018 gemeinsam mit unseren Freunden von der SAT Mezzocorona

Ohne Absagen und daher mit 42 Teilnehmern im Bus sowie 2 Personen, die im Privat-Pkw nach Italien fuhren, startete am Sonntag, 02.09.2018, gegen 8.00 Uhr die Reise ins Südtiroler Unterland. Mit Pausen und langen Staus über den Fern- und Brennerpass kamen wir erschöpft, aber ansonsten wohlauf gegen 18.15 Uhr in Salurn im Comfort Hotel Erica an und durften nach dem Beziehen der Zimmer auch gleich unser erstes 4-Gänge-Abendmenü einnehmen.

Zu Fuß zur Malga Kraun

Montag, 03.09.2018

Der Montag erwartete uns mit herrlichem Sonnenschein und einem – für italienische Verhältnisse – reichhaltigen Frühstücksbuffet. Um 9.00 Uhr starteten wir nach Mezzocorona, wo wir von einigen Freunden der SAT (Società degli Alpinisti Trentini sez. Mezzocorona) in Empfang genommen wurden. Auf dem Programm stand an diesem Tag der Besuch der Bergalm „Malga Kraun“.

Aufgrund des Altersunterschieds in unserer Truppe (von 52 bis 86 Jahren), hatte unser Partnerverein, allen voran Edda Agostini, an diesem Tag bestens für alle Eventualitäten vorgesorgt. Einige wurden gleich mit dem Auto bis zur Seilbahn gefahren, die uns im 3-Minuten-Takt auf den Monte di Mezzocorona beförderte, oben wartete schon der Jeep von der Malga, der mit 5 Personen direkt hochfuhr.

Abfahrt nach Mezzocorona

Alle anderen bezwangen zu Fuß in Begleitung zweier Freunde der SAT den knapp zweistündigen Anstieg. Oben gab es dann die bereits am Vortag bestellten Mahlzeiten und wir genossen die gemütliche Atmosphäre auf der und um die Alm sowie die schöne Aussicht.

Nach einem Gruppenfoto auf der Bergwiese machten sich 8 Personen im Jeep auf den Rückweg, während die restlichen Teilnehmer über den Skulputurenweg in Richtung Seilbahn wanderten. Nach einem kurzen Durstlösch-Zwischenstopp im Ristorante „Tre Cime“ und insgesamt 13 gewanderten Kilometern schwebten wir wieder in den Gondeln abwärts in unsere Partnergemeinde und traten anschließend mit dem Bus die Rückfahrt nach Salurn an.

Kirche und Haderburg Salurn

Dienstag, 04.09.2018

Auch am Dienstag meinte es die Sonne gut mit uns und nach einem gemütlichen Frühstück erwartete uns um 10.00 Uhr Architekt Franz Kosta, um uns „sein“ Salurn zu zeigen. Die anfängliche Skepsis, was das kleine Dorf wohl zu bieten hat, wich recht schnell großer Begeisterung. Lebhaft, interessant, mit vielen humorvollen Einlagen und umfangreichem Hintergrundwissen tauchten wir auf einer Strecke von etwa 4 Kilometern in die Historie Salurns ein.

So erfuhren wir u.A., dass der Ort früher eine wichtige Poststation war, 12 Gasthäuser hatte und das Ortsbild mit vielen aufwändigen Bauten aus dem 15. bis 18. Jhd. eher städtisch geprägt ist. Unter den letzten noch vorhandenen Maulbeerbäumen erfuhren wir einiges über die größte Seidenraupenzucht Südtirols, die hier ebenfalls ansässig war.

Vertieft wurde das Ganze dann noch in dem kleinen Museum im Rathaus, wo uns die Frau von Franz anhand von Anschauungsmaterial noch detaillierter Auskunft über die Gewinnung von Seide gab. Der spontan von Franz arrangierte Abschluss fand gegen 12.45 Uhr bei einem Gläschen Ruländer in der gemütlichen Gartenwirtschaft der Kellerei Ceolan statt.

Den Chef des kleinen, aber feinen Weinguts, Dietrich Ceolan, empfingen wir am selben Tag um 16.00 Uhr bei uns im Hotel, wo wir eine Weinprobe mit kleinem Speckvesper gebucht hatten. Vier seiner edlen Tropfen durften wir dabei verkosten und genießen und nebenbei wurde uns viel über die einzelnen Trauben, deren Verarbeitung bis hin zur Weinerzeugung berichtet. Mit viel neuem Wissen über Salurn und seine Weine sowie dem abschließenden Abendessen endete dieser Tag für die Wanderwochen-Teilnehmer.

Über den Dächern von Trient

Mittwoch, 05.09.2018

Am Mittwoch, 05.09., starteten wir um 9.00 Uhr ausgeruht und nach dem Frühstück entsprechend gestärkt nach Trient. Dort wurde der Bus neben der Etsch geparkt und auf der gegenüberliegenden Seite ging es zuerst einmal via Gondel hoch nach Sardagna. Dort hatten alle die Möglichkeit die Hauptstadt des Trentins und deren Umgebung auf einer großen Aussichtsplattform, die über den Felsen hinausragte, von oben zu betrachten.

Trient Palazzo Pretorio Bischofsresidenz

Anschließend teilten sich die Teilnehmer in Gruppen. Während 4 Personen mit der Seilbahn gleich wieder nach unten fuhren und den Tag in der Stadt verbrachten, begaben sich die anderen auf den „Sentiero dei castagni“ (Kastanienweg). Nach 2 Kilometern wurde auch hier nochmals gesplittet. Während 16 Wanderer auf dem gleichen Weg zurückmarschierten und ebenfalls noch eine Stadtbesichtigung genossen, lief die übrige Gruppe die gesamte Runde durch die üppigen Ess-Kastanienhaine und absolvierte insgesamt 7 Kilometer. Um 15.00 Uhr kamen alle wohlbehalten am Bus an und wir fuhren zurück bis Mezzocorona, wo wir an der Cantina schon von Edda Agostini von der SAT und unserer Führerin Sabrina zur Besichtigung der örtlichen Kellerei erwartet wurden.

Nach spannenden Ausführungen, viel Wissenswertem und vorbei an 60.000-l-Tanks sowie tausenden Flaschen des leckeren Sekts endete die Führung mit einer Verkostung des prickelnden Getränks. Wieder im Freien erwartete uns Diego Carli, der 1. Vorsitzende der SAT. Nachdem Diego und Christine Gugel sich durch unsere jährlichen Treffen schon länger kannten, freute er sich sehr nun auch die Bekanntschaft einer weiteren Vorsitzenden, Monika Schramm, zu machen. Nach einer herzlichen Begrüßung sowie kurzem Austausch wurde noch der Laden bei der Cantina gestürmt und mit so manchem „guten Tröpfchen“ unterm Arm begaben wir uns in den Bus und traten die Rückfahrt nach Salurn an.

Mittagspause auf der Halbweghütte

Donnerstag, 06.09.2018

Der Donnerstag begann wie alle anderen Tage auch mit Sonnenschein – herrlich! Diesmal fuhr uns der beste aller Busfahrer oberhalb Kaltern nach St. Anton, wo wir sowie zwei Mitwanderer von der SAT (Irma und Renzo) mit der Standseilbahn innerhalb 12 Minuten bei bis zu 64% Steigung hoch zum Mendelpass fuhren. Claudio und Simon verließen uns bereits an der Zwischenstation, um von dort aus das gemeinsame Mittagsziel, die Halbweghütte, zu bezwingen.

Alle anderen machten sich von der Endstation aus zuerst einmal auf zur Enzianhütte, die bereits nach 800 m erreicht wurde. Während 2 Teilnehmer dort blieben und 2 Personen den naheliegenden Sessellift hoch zur Halbweghütte bestiegen, machte sich die restliche Gruppe zu Fuß auf den Weg. Um die Mittagszeit trafen sich dort dann nach und nach alle Wanderwochen-Mitglieder zum gemeinsamen Essen.

Kalterer See und Leuchtenburg

11 Wanderer stiegen noch ein Stück höher zum Aussichtspunkt Lawinenspitz, wo allerdings durch tiefhängende Wolken der Ausblick erschwert wurde. Der Rückweg erfolgte dann je nach Befinden zu Fuß oder mit dem Sessellift und nach insgesamt 9 Kilometern (bei Claudio und Simon waren es etwas mehr) ging es um 15.35 Uhr für alle wieder mit der Standseilbahn steil bergab.

Am Kalterer See wurde noch ein Zwischenstopp eingelegt, da Peter Wuchter anlässlich seines Geburtstages für alle süße und hochprozentige Leckereien dabei hatte, die dankbare Abnehmer fanden. Nach diesem leckeren Abschluss und einem ausgiebigen Blick über den See ging es zurück ins Hotel zum – wie immer – sehr üppigen 4-Gänge-Abendmenü.

Felsenweg zur Wallfahrtskirche

Freitag, 07.09.2018

Nachdem uns in den vergangenen Tagen die Sonne verwöhnt hatte, blickten wir am Freitag, 07.09.2018, morgens ins Trübe. Dennoch ließen wir uns nicht entmutigen und fuhren in Begleitung von Irma und Renzo von der SAT Mezzocorona nach Sanzeno im Nonstal, um von dort aus über den in den Fels gehauenen Wanderweg zur Wallfahrtskirche San Romedio zu laufen. Tief unter uns verlief die Straße, während wir uns oben am Fels entlang und oft mit eingezogenen Köpfen der Pilgerstätte näherten. Dort angekommen wurden die 131 Stufen der Kirche erklommen und die Altare, die Aussicht und die vielen Dankschreiben der Pilger in Augenschein genommen.

San Romedio von oben

Während einige Wanderer sich mit den Shuttlebussen nach Sanzeno zurückbringen ließen und mit unserem Bus hoch zu den Tavon-Seen fuhren, wanderte die restliche Gruppe zu Fuß zu den Stauseen. Gemeinsam traf man sich dann oben im Restaurant „Due Laghi“, um eine Mittagspause einzulegen und sich zu stärken.

Auch das Wetter war uns gnädig, es schaute immer wieder die Sonne durch die Wolken und es blieb angenehm warm. Nach dem Essen wurde noch der zweite See umrundet, an dessen Ufer sich eine Vielzahl ähnlicher Sportgeräte wie im Dußlinger Bürgerpark befanden, welche ausgiebig und teilweise zur Belustigung der Zuschauenden getestet wurden.

Des Weiteren wurde noch das am oberen Seeende liegende alte, venezianische Sägewerk sowie ein originell angelegtes Grundstück mit Hunderten am Zaun befestigter, bunt bemalter Schuhe bewundert, danach ging es nach insgesamt 7 gewanderten Kilometern zurück ins Hotel, wo einige noch die Sauna nutzten, bevor wir um 19.00 Uhr gemeinsam unser obligatorisches Vier-Gänge-Abendmenü einnahmen.

Blick hinunter zum Molvenosee

Samstag, 08.09.2018

Am Samstag, brachte uns Simon, nachdem in Mezzocorona noch Edda, Irma und Isabella zugestiegen waren, mit dem Bus nach Molveno am Fuße der Brentadolomiten. Dort ließen wir uns in 8er-Gondeln hoch zum Pradel bringen, von wo aus zuerst einmal der herrliche Blick auf den unten liegenden Molvenosee und dessen Umgebung ausgekostet wurde. Anschließend machten wir uns auf den Weg zur Rifugio (= „Schutz“-Hütte) Croz dell’Altissimo. Mit hohen Felsmassiven auf der rechten und dem Abgrund auf linken Seite und einmal auch durch einen Tunnel im Berg hindurch, ging es auf schmalen Pfaden mit Blick auf die Brenta-Gruppe dem Ziel entgegen.

Die Sonne war an diesem Tag wieder unser ständiger Begleiter und wir kamen tüchtig ins Schwitzen. Nachdem wir heute mit Lunchpaketen vom Hotel unterwegs waren, gruppierten wir uns um die Hütte herum zum Mittagsvesper, bevor wir anschließend auf dem gleichen Weg wieder zurück zur Seilbahn wanderten. Wie am Vortag hatten wir wieder 7 km absolviert, bevor es sanft schaukelnd in den Gondeln abwärts und anschließend zurück ins Hotel ging.

Rathaus Mezzocorona vor dem Grillen

Nach zwei Stunden Freizeit, die zum Erfrischen und/oder Kofferpacken genutzt wurden, starteten wir um 18.30 Uhr nach Mezzocorona, wo uns unsere Freunde von der SAT zum Abschluss-Grillfest eingeladen hatten. Im alten Feuerwehrhaus neben der Kirche war bereits alles für uns gedeckt und vorbereitet und nach einem üppigen Essen mit Vorspeisen, Gegrilltem, Salaten und süßem Selbstgebackenem, wurde der guten Partnerschaft unserer beiden Vereine durch die Vorstände Monika Schramm und Diego Carli, Matteo Permer als Vertreter der Gemeinde Mezzocorona und den Organisatoren der Wanderwoche in Worten und Geschenken Ausdruck verliehen.

Geschenkübergabe

Um 21.30 Uhr gab es einen herzlichen Abschied, mit dem Versprechen auf ein Wiedersehen – spätestens bei der Einweihung der Kulturhalle im Januar 2019 - und wir machten uns auf zur letzten Nacht in Salurn. Am darauffolgenden Morgen, 09.09.2018, folgte nach dem Frühstück der Abschied von Familie Franceschini vom Hotel und wir begaben uns, mit einem Zwischenstopp in Pfronten zum Mittagessen, auf die Heimreise nach Dußlingen, das wir gegen 18.00 Uhr wieder wohlbehalten erreichten.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei der Gemeinde Dußlingen für die großzügige finanzielle Unterstützung bedanken, die sie uns im Rahmen der Partnerschaftspflege für die Wanderwoche zukommen ließ! Alle Teilnehmer der Wanderwoche sowie unsere Begleitungen von der SAT haben davon profitiert und sich sehr über den Zuschuss gefreut!

Ebenso ein Dankeschön an alle unsere disziplinierten Mitreisenden, auf die wir uns immer verlassen konnten und die sich uns „Neulingen“ in der Wanderwoche anvertraut haben. Als Letztes danken wir dem Organisationsteam, das uns von Anfang bis Ende bei der Planung und Durchführung unterstützt hat, namentlich Christine Gugel, Karl Heinz Runge, Rudi Schneider und dem besten aller Busfahrer Simon Prichystal. Ohne Euch wäre diese Woche nie zustande gekommen.

Birgit und Rolf Pfister